Urlaub in den USA


Kaum ein Land boomt als Reisedestination so ungebrochen wie die USA. Bis zu zwei Millionen Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fliegen jährlich über den großen Teich, um das Land zwischen Atlantik und Pazifik zu bereisen. Nicht ohne Grund:

Kaum ein anderer Staat kann einen so ungeheuer vielfältigen Reichtum an Landschaften, Städten, Menschen und Tieren bieten. Doch während fast jeder zielstrebig den Grand Canyon oder die Niagarafälle ansteuert, besuchen den Big Bend National Park oder den Acadia National Park nur die wenigsten. Während Chicago und Boston von Touristen überrannt werden, verirrt sich kaum einer in das malerische Charleston an der südlichen Ostküste oder in den Bundesstaat Oregon mit seiner meilenweiten Küste. Auch am Lake Tahoe zwischen Kalifornien und Nevada bleiben amerikanische Urlauber vorerst weitgehend unter sich.

Sheridan ist mit seinen rund 16 000 Einwohnern ein typisches Präriestädtchen. Das Besondere der Stadt zwischen Yellowstone und Black Hills: Sie hat sich den Charakter einer Westernstadt wie aus dem Bilderbuch bewahrt. Das Fachmagazin „True West“ kürte Sheridan gar zur „Top-Western Town of America“. Bekannt ist der Ort außerdem wegen seiner Guest Ranches im Umkreis und der dort veranstalteten Rodeos, allen voran das Mitte Juli stattfindende hochklassige Sheridan WYO Rodeo. Unbedingt entlang schlendern sollte man die Main Street: Kleine Läden für „Cowboy-Ausrüstung“ wie Lassos oder Sättel finden sich hier ebenso wie nette Bars und Lokale. Außerdem sehenswert: das Historic Sheridan Inn. Es war 1893 das erste Gebäude der Stadt mit Strom, Wasser und Telefon und galt als bestes Hotel zwischen Chicago und San Francisco. An seiner Entstehung war Buffalo Bill maßgeblich beteiligt, er nutzte das Hotel als Rückzugsort und traf sich hier mit berühmten Freunden wie Ernest Hemingway oder Theodore Roosevelt, feierte Partys und plante seine Wildwest-Show.

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Charleston wurde 1670 von englischen Kolonisten angelegt und galt im 18. und frühen 19. Jahrhundert als die Kulturmetropole des neuen Kontinents. Man nannte sie „La Belle of the Old South“, die „Schöne des Alten Südens“, und bereits 1763 rühmte der Autor eines zeitgenössischen Reiseberichts, dass es „1100 Wohnhäuser großteils von auffälligem Äußeren und elegant möbliert“ gäbe. Noch heute kann man in Charleston nachvollziehen, welche Reichtümer die früheren Kaufleute durch den Anbau und Handel mit Baumwolle, Reis und Indigo angehäuft hatten. Charleston entwickelte sich dank dieser Produkte und vor allem dank ganzer Sklavenheere zur fünftgrößten Stadt Amerikas mit dem sechsfachen Pro-Kopf-Einkommen von New York. Die Plantagenbesitzer waren zu enormem Reichtum gelangt, der herrschende Luxus war unvorstellbar. Heute gilt Charleston als architektonisches Freiluftmuseum mit Bilderbuch-Architektur. 73 Häuser aus der Kolonialzeit, 136 aus dem späten 18. Jahrhundert und 623 aus der Zeit vor 1840 sind noch erhalten. Unbedingt ansehen: die Avenue of Oaks im Umland von Charleston. Diese mächtige Eichenallee hatte einen großen Auftritt im Filmepos „Vom Winde verweht“ und besitzt seither Weltruhm.

Acadia National Park, Maine: Der Hauptteil des Nationalparks liegt auf der etwa 14 000 Hektar großen Mount Desert Island, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Die Insel ist ein ganz besonderer Fleck Erde: Keine spektakulären Naturdenkmäler, reißenden Wasserfälle oder tiefen Canyons rufen hier ehrfürchtiges Staunen hervor, sondern die kleinen und verborgenen Landschaftserlebnisse und idyllischen Flecken, die Ruhe und Frieden ausstrahlen. Durch den Park führt die 45 Kilometer lange Park Loop Road, die man mit dem Auto oder Fahrrad befahren kann. Außerdem gibt es tolle Wanderwege in die Wildnis. Einer der Höhepunkte ist die Fahrt auf den 466 Meter hohen Cadillac Mountain, von dem man einen spektakulären Ausblick auf die Küstenlandschaft genießt. Bar Harbor ist das infrastrukturell gut ausgestattete Touristenzentrum der Insel und im Sommer total überlaufen. Das Leben spielt sich rund um die Main Street ab, wo sich Läden, Cafés und Restaurants konzentrieren. Ende Oktober werden die Gehsteige hochgeklappt, und wenn die Insel erst einmal von einer dicken Schneeschicht überdeckt ist, gehört sie wieder ganz ihren Bewohnern.

Der 340 Kilometer lange Küstenstreifen Oregons stellt den vielleicht schönsten Streckenabschnitt des legendären Pacific Coast Highway zwischen Kalifornien und Kanada dar. Dass die Küste nicht nur malerisch, sondern auch gefährlich und unberechenbar war und ist, versinnbildlichen Namen wie „Cape Foulweather“ oder „Devil’s Punch“. Auch wenn neun fotogene Leuchttürme die Seefahrer entlang der Oregon Coast vor Nebel und Sturm warnen, liegen dennoch über 200 Schiffswracks vor der Küste begraben. Riesige Monolithe im Meer, Sanddünen, steile Klippen und Untiefen, Stürme und Brandung mit bis zu zehn Metern hohen Brechern bieten ein einmaliges Naturschauspiel am „Edge of the Universe“. Sie gehören wie Nebelschwaden und Regenschauer, aber auch strahlend blauer Himmel, Sonne und spiegelglatte See zur Tagesordnung.

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Der Lake Tahoe ist mit 497 Quadratkilometer Fläche der größte alpine See des nordamerikanischen Kontinents. Er liegt rund 1900 Meter hoch und ist im Durchschnitt 300 Meter, an manchen Stellen bis zu 500 Meter tief. Nur zwei Drittel des Seeufers gehören zu Kalifornien, der Rest – die Ostseite – liegt auf dem Staatsgebiet von Nevada. Lake Tahoe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Ferienort entdeckt und erfreut sich seither ungebrochener Beliebtheit als Sommererholungsgebiet. Hinzu kommt, dass das Hinterland Teil eines der größten Skigebiete des Westens ist und Squaw Valley schon 1960 Austragungsort Olympischer Winterspiele war. Startet man seine Rundfahrt um den See bei Incline Village (NV) sieht man zunächst, malerisch hoch über dem See gelegen, den Nachbau der Ponderosa, der Ranch der Cartwrights in der TV-Westernkultserie „Bonanza“. Hier wurden allerdings nur die Außenaufnahmen oberhalb des Lake Tahoe gemacht, die Ranch selbst existierte nur in einem Hollywoodstudio. Wenige Meilen südlich von Incline Village lädt der Lake Tahoe-Nevada State Park zum Baden ein. Während der Sommermonate werden Veranstaltungen, unter anderem Shakespeare-Aufführungen im Amphitheater des Parks, angeboten.

Die größte Besonderheit des Grand Staircase Escalante National Monuments im Süden Utahs ist wohl seine abgeschiedene Lage. Weitab von jeglicher Zivilisation zieht es vor allem Menschen an, die Abenteuer, Einsamkeit und unmittelbare Naturerlebnisse suchen. Der Park, der etwa drei Prozent des Staatsgebiets von Utah ausmacht, kann mit einer Vielzahl von Naturschönheiten aufwarten: Schluchten und Wälder, grüne Flussufer und wüstenartige Hochplateaus, ausgewaschene Felsen und bunte Sandsteinformationen. Schon die Fahrt über den Highway 12 zwischen Boulder und Escalante – zwei der wichtigsten Orte der Region für die touristische Infrastruktur – ist ein beeindruckendes Erlebnis. Man kommt an einigen der schönsten Felsformationen des Monuments vorbei und kann unterwegs die großartigen Ausblicke genießen. Wer aber die spröden Schönheiten des Parks genauer kennenlernen möchte, der sollte sich unbedingt auf einen der vielen Wanderwege begeben. Diese sind zwar aufgrund der Höhenunterschiede und hohen Temperaturen nicht ganz ungefährlich, zudem ist die Anfahrt zu den Startpunkten meist lang. Trotzdem lohnen sich die Strapazen: Wer einmal eine solche Tour unternommen hat, wird das Erlebte nicht so schnell vergessen

Anna Maria Island liegt sowohl am Golf von Mexico als auch im Intracoastal Waterway. Die Insel verbreitet noch die Atmosphäre des „alten“ Florida. Keine Restaurantketten, keine Fast-Food-Buden, keine Hotelriesen, dafür eine niedrige Bebauung, fast zu 100 Prozent aus privaten Häusern bestehend, nur ein kleines Shopping-Center sowie eine Tankstelle – that’s it. Viele Einwohner vermieten Zimmer, Ferienhausbesitzer ihr Domizil. Ausflüge nach St. Petersburg, Tampa oder Sarasota mit den dortigen Sehenswürdigkeiten sind einfach zu bewerkstelligen: Alle diese Orte erreicht man mit dem Auto in circa einer halben bis einer Stunde – wenn man es denn geschafft hat, sich von der entspannten Atmosphäre der Insel loszureißen. Denn die Insel selbst hat einiges zu bieten: Nicht nur Baden an dem meilenlangen, wunderbaren Sandstrand am Golf ist herrlich, auch Radtouren auf der Insel und lange Strandwanderungen sind reizvoll. Ebenso Wassersport: Von Boot- und Jetskifahren über Parasailing, Kajakfahren und Schnorcheln ist alles möglich. Außerdem empfehlenswert: in einer der kleinen Open-Air-Bars einen Drink nehmen und den berühmten Sonnenuntergang von Anna Maria Island genießen.

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Die Big-Bend-Region im Westen von Texas ist ein Land von überwältigender Schönheit: einsame Wüstenlandschaft, schroffe Felsen, Kiefern- und Espenwälder mit unwirklich blauem Himmel oder den klarsten Nächten in Nordamerika. Big Bend ist – weit entfernt von jeder größeren Stadt – eine der letzten einsamen Regionen mit unberührter Natur im amerikanischen Westen. Ein idealer Ort für alle, die Ruhe und Weite suchen. Das Herzstück der Region ist der Big Bend National Park, der mehr als 3000 Quadratkilometer der Chihuahua-Wüstenlandschaft, die drei großen Canyons des Rio Grande und die gesamte Chisos Bergregion umfasst. Der Park ist zwar einer der größten Nationalparks der USA, aufgrund seiner abgeschiedenen Lage aber zugleich einer der am wenigsten besuchten. Daher ist es sogar während der Hauptreisezeit möglich, allein und in Ruhe die Schönheiten der Landschaft zu entdecken.

Seit dem späten 18. Jahrhundert ist Lexington im Herzen Kentuckys eines der wichtigsten Pferdezucht-Zentren der USA. Und tatsächlich hat die Stadt dem Pferdeliebhaber einiges zu bieten: Man kann hier nicht nur verschiedene Gestüte besichtigen, sondern auch den Kentucky Horse Park, das American Saddlebreed Museum und die Keeneland-Pferderennbahn besuchen. Der Kentucky Horse Park, dessen Geschichte ebenfalls bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht, ist heute ein riesiger Sport- und Freizeitpark, in dem sowohl internationale Reitsportveranstaltungen als auch aufwendig gestaltete Paraden verschiedener Pferderassen stattfinden. Wer mag, kann sich hier auch selbst aufs Pferd schwingen oder sich ganz altmodisch in einer Pferdekutsche chauffieren lassen. Eine besondere Attraktion ist auch die Mutter- und Fohlen-Show, die im Mai und Juni einmal täglich stattfindet. Weiteres Highlight: das Kentucky Derby. Es wird seit 1875 in Louisville ausgetragen und ist ein Galopprennen für dreijährige Vollblüter. Es findet jährlich am ersten Samstag im Mai statt und zieht regelmäßig weit über 100 000 Besucher an. Sogar Königin Elisabeth II. von England war 2007 bei dem Derby.

In den 80er- und 90er-Jahren wurde Moab durch eine Reihe von Filmen bekannt, unter anderem durch den Roadmovie-Klassiker „Thelma und Louise“ mit Susan Sarandon und Geena Davis. Sportfans lieben Moab jedoch aus einem ganz anderen Grund: Seit Jahrzehnten zieht die felsige Wüstenlandschaft mit ihren Canyons und Tafelbergen Mountainbiker aus aller Welt an. Kein Wunder also, dass die Stadt bestens auf die sportlichen Moab-Besucher vorbereitet ist: Es gibt gekennzeichnete Trails in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden. Auch Mountainbike-Anfänger können sich im Rahmen geführter Touren an das Moab-Abenteuer herantasten. Neben Biken kann man in Moab aber auch noch anderen Outdoor-Vergnügen nachgehen: Wildwasser-Rafting, Hummer-Safaris, Motorcross- und Quadtouren werden ebenso angeboten wie Rundflüge und Schnellbootfahrten. In den umliegenden Bergen kann man seine Kletterfähigkeiten testen, und an Wanderwegen mangelt es ebenfalls nicht.


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